Das Braunkehlchen sucht in den artenreichen Streuwiesen Futter, © Bettina Kelm|Wiesenbrüterbeauftragte für das Loisach-Kochelsee-Moor
Das Braunkehlchen
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Braunkehlchen gehören als Zugvögel zu wahren Langstreckenfliegern - rd. 5000 km legt der nur ca. 12cm große Vogel auf dem Weg zu den Brutgebieten zurück. Er braucht besonders insektenreiche Wiesen, wie er sie z.B. im Loisach-Kochelsee-Moor oder Ellbach-Kirchsee-Moor vorfindet. In Bayern steht er auf der Roten Liste und gilt als vom Aussterben bedroht!, © Bettina Kelm
Das Braunkehlchen
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Das Braunkehlchen

Das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) zählt zu den Wiesenbrütern, weil es in feuchten Offenlandschaften und extensiven Grünlandflächen brütet. Bevor die Brutsaison beginnt, überwinden Braunkehlchen große Distanzen: Bis zu 5000 Kilometer liegen zwischen den Brutgebieten in Bayern und den Überwinterungsgebieten in den Savannen südlich der Sahara.

Zu erkennen ist das 12-14 Zentimeter große Braunkehlchen an seinem Überaugenstreif, der beim Männchen leuchtend weiß ist. Brust und Kehle sind orangebraun gefärbt, der Rücken ist braun mit dunklen Flecken. Beim Auffliegen blitzt die weiße Schwanzbasis hervor. Im Vergleich zu den Männchen sind die Weibchen etwas unauffälliger und blasser gefärbt.

Bei uns kommen Braunkehlchen meistens in Moorgebieten und auf Streuwiesen vor, aber auch im Grünland. Hier bevorzugen sie insektenreiche Flächen mit einer ausgeprägten Krautschicht.  Außerdem benötigen sie in ihrem Lebensraum ausreichend vertikale Strukturen wie Schilf, Disteln, Hochstauden oder Zaunpfähle als Sitzwarten.

In dieser erhöhten Position kann man Braunkehlchen gut beobachten. Hier kannst Du sehen, wie ein Braunkehlchen auf einm Schilfhalm sitzt und singt.

Sie nutzen die Sitzwarten, um Nahrungsflüge zu unternehmen und ihr Revier durch Singen abzugrenzen.

Ihr Gelege legen Braunkehlchen am Boden in der Nähe einer Ansitzwarte an. Daher sollten Störungen im Lebensraum während der Brutzeit vermieden werden. Zum Schutz der wiesenbrütenden Vogelarten wurden bayernweit sogenannte „Wiesenbrütergebiete“ wie das Ellbach-Kirchsee-Moor und die Loisach-Kochelsee-Moore deklariert.

In den Wiesenbrütergebieten müssen während der Brutzeit folgende Regeln beachtet werden:

  • während der Brutzeit vom 20. März bis 15. Juli bitte nicht abseits der Wege spazieren gehen oder Fahrrad fahren
  • Hunde anleinen

Beobachtungstipps

  • in extensiv genutzten Moorgebieten und Wiesenlandschaften
  • tagaktiv, daher den ganzen Tag zu beobachten
  • interessant: Vogelstimmenwanderung i.R. des Natursommers im Loisachtal - ein Angebot des Zentrums für Umwelt und Kultur in Benediktbeuern.